Nach einem Jahr Pause ging es wieder an den Sonnenstrand. Dieses Mal waren wir nur zu zweit, mein Kumpel Horst und ich. Eigentlich hatten wir das Dreisternehotel Martinez in Sozopol gebucht. Da dieses aber noch nicht fertig gestellt war, bot uns TUI ohne Aufpreis das Viersternehotel Globus am Sonnenstrand an. Natürlich haben wir diesen Vorschlag akzeptiert.
Das Globus war zwei Klassen besser als das Pirin und wir fühlten uns dort wohl. Schnell bekamen wir Kontakt zu dem Personal an der Poolbar. Mit dem Barmann Peter, der Barmaid Diana und der Kellnerin Rossi freundeten wir uns schnell an. Nett waren auch zwei Schwestern, deren Namen ich allerdings nicht mehr weiß. Eine war im Service tätig, die andere war Schwimmmeisterin und wachte über die Sicherheit im Pool.
Natürlich haben wir auch die Bar Karibi wieder aufgesucht. Obwohl wir ein Jahr nicht dort gewesen waren, erkannten uns Sdravko und Schenja sofort wieder. Maja war nicht mehr dort. Sie arbeitete in Italien. Das Happy Bar & Grill gabe es dort auch nicht mehr. Das Gebäude stand zwar noch, aber es handelte sich um ein anderes Restaurant. Dort kannten wir keinen. Daher haben wir unsere Zeit zwischen der Bar Karibi und den Bars im Globus aufgeteilt.
Während dieser drei Wochen begann ich damit, mir mehr von Bulgarien anzusehen. Zuerst fuhren wir nach Sozopol, um nach dem Hotel Martinez zu schauen, das wir eigentlich gebucht hatten. Es handelte sich in der Tat um eine Riesenbaustelle.
Dann buchten wir bei einem Taxifahrer eine so genannte Panoramafahrt. Zuerst fuhren wir nach Pomorie. Dort besichtigten wir ein Kloster. Für einen Besuch der Schnapsfabrik in Pomorie hatten wir leider keinen Termin vereinbart. Und dann ging es weiter Richtung Balkangebirge. Das Wichtigste war eigentlich die Überlandfahrt. Wir sahen viel von der Gegend. Zu Mittag aßen wir in einem kleinen Dorf in einem privaten "Restaurant". Dieses war das Ziel der Exkursion. Es handelte sich um einen kleinen Nebenerwerbsbauernhof. Es wurden Hühner und Ziegen gehalten, Kartoffeln und Obst angebaut. Außerdem gab es eine Tenne, in der Touristen wie wir beköstigt wurden. Andere Taxifahrer waren ebenfalls dort mit ihren Kunden. Wir wurden auf bulgarische Art bewirtet. Zuerst gab es Schnaps und Salat, eine typisch bulgarische Vorspeise. Danach wurde uns eine bulgarische Bohnensuppe und dazu frisch gebackenes Brot serviert. Das war die bisher erste und einzige Suppe, die mir auch ohne Fleisch oder Wurst sehr gut geschmeckt hat. Als Getränke wurden Sprudel und Wein gereicht. Die Wahl fiel mir leicht, schließlich hatten wir einen Taxifahrer dabei. Anschließend ging es dann zurück zum Sonnenstrand.
Ein anderer Ausflug führte uns nach Varna. Dort haben wir die berühmte Kathedrale besichtigt, sind durch die Einkaufsstraßen geschlendert und haben eine Vorstellung im Delfinarium genossen. Bei allen geführten Exkursionen gaben Reiseleiter ausführliche Auskunft über die bulgarische Geschichte. Die Türkenzeit war allgegenwärtig. Die fast 500jährige osmanische Fremdherrschaft ist offensichtlich auch heute noch im historischen Gedächtnis der Bulgaren sehr stark präsent.
Während einer anderen Tour sahen wir Sliven und die Blauen Berge, ein Teil des Balkangebirges. Je mehr ich von Bulgarien sah, desto mehr interessierte mich das Land. Für mich war jetzt klar, wo ich in den nächsten Jahren urlauben würde.
Mitte September war ich wieder zuhause. Im November hatte ich meine erste Bulgarischstunde.